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Barbara Hofmann-Huber schreibt im Frauen-und-Karriere-Blogvon Barbara Hofmann-Huber am 14. Juli 2013

Welche innere Haltung treibt Führungsfrauen hin zum Erfolg? Mit dieser Frage befasst sich die Autorin Dr. rer.pol. Silvia Hess Kottmann. Sie promovierte zu diesem Thema in Gender Studies an der Universität Basel.

Wie sehen sich die Führungsfrauen und welches sind Ihre Erfolgsgeheimnisse, das erfragte die Autorin in qualitativen Interviews. Das spannende an dieser Studie ist es, dass die Führungsfrauen befragt wurden und uns diese Ergebnisse qualitativ ausgewertet vorliegen. Sie findet acht zentrale Stellschrauben für die Realisierung der eigenen Ambition. Sie alle liegen in der Frau selbst. Sie sind also durch eigene Handlung beeinflussbar, was die Selbstwirksamkeit als einen zentralen Hebel für Erfolg ausmacht. Führungsfrauen sehen sich als selbst bestimmende Akteurinnen ihrer Karriere. Dabei ist ihnen die strukturelle Thematik der „maskulinen“ Führungswelt durchaus bewusst. Die Autorin findet folgende interessante Ansatzpunkte (s.114):

  • Sich selbst Ursprung sein
  • Grenzen erfahren und überschreiten
  • Im Einklang mit sich sein
  • Sich selbst vertrauen
  • Sich auf dem eigenen Weg unterstützen lassen
  • Zwischen Carpe Diem und konsequenter Karriereplanung
  • Sich reinhängen
  • Als Sololäuferin exponiert sein

Frauen wollen führen, um etwas zu bewirken. Sie beginnen dabei bei sich selbst.

Die Autorin zeigt auf, dass die heute erfolgreichen Führungsfrauen den „maskuline Code“ zum Erfolg geknackt haben, ihn durchschauen. Doch sie übernehmen ihn nur dort, wo er für sie zielführend ist. Sie suchen und finden ihre eigenen Wege. Selbstführung ist dafür ein zentraler Ansatzpunkt. Sie waren ihre Eigenständigkeit in ihrem Führungsverhalten auch dann, wenn sie um Unterstützung nachfragen und diese auch annehmen: „I do it my way“.

Frauen sprechen sich gegen eine Präsenzkultur aus, in der Effektivität mit Anwesenheit verwechselt wird.

Sie probieren aus und sie suchen sich ihren Weg. Dabei sind sie von der Sinnhaftigkeit ihres Tuns geleitet, oder wie die Autorin schreibt: Erfolgreiche Führungsfrauen folgen ihrem „path with a heart“ und nicht zwangsläufig dem „path to the top“.

Hier entdeckt die Autorin eine Ethik der Anteilnahme und Bezogenheit, die es den Frauen ermöglicht sowohl in Kontakt mit sich, mit anderen, als auch mit ihren Zielen zu sein. Diese Fähigkeit die Komplexität von Führung und Selbstführung zu realisieren, zeigt sich als Schlüssel zu einem sinnerfülltem Erfolg.

Authentizität und den Mut zu haben, die eigenen Werte zu leben, lässt die Karriere zu einer Realisierung der eigenen Ambition werden. Erfolgreiche Führungsfrauen pflegen die Beziehung zu sich, sie leben keine strikte Trennung zwischen Karriere und Leben und suchen daher in der Art und Weise, wie sie arbeiten den Flow.

Es ist Aufschlussreich die einzelnen Handlungsschritte nachzuvollziehen, gerade bei Themen wie Grenzen. Sie zu erfahren und sie zu ziehen – beide Aspekte sind wichtig. Sich diese oder andere Erfahrungen der Führungsfrauen bewusst zu machen und sie dadurch als Rollenmodel zu nutzen, um das eigene Handlungsspektrum zu erweitern, ist ein Beitrag, den dieses Buch leisten kann.

Ulrike Helmer Verlag, Sulzbach 2013
ISBN:978-3-89741-325-8

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Barbara Hofmann-Huber schreibt im Frauen-und-Karriere-Blogvon Barbara Hofmann-Huber am 4. November 2012

Frauen, die denken, sind gefährlich und stark. Wie ein roter Faden zieht sich das Thema durch diesen wunderbaren Bildband. Denn diese Buch ist sehr vielschichtig: Fotos und Reportagen bilden ein sowohl informatives, wie ästhetische Buch, in dem für den Elisabeth Sandmann Verlag typischen Din-A-4 Format.

Beschrieben sind 26 Portraits von Frauen, die einen ganz eigenen Weg gefunden habe Frau zu sein und dadurch auf einzigartige Weise zu wirken. Fünf Themenfelder bilden ein interessante Gliederung: Das erste handelt von Vordenkerinnen, wie Bertha von Suttner, Simone de Beauvoir, Hannah Arendt. Das zweite von mutigen Frauen in der Wissenschaft, wie Marie Curie, Lise Meitner, Jane Goodall. Das dritte schilderte das Leben und durchaus dafür sterben der Kämpferinnen für die Rechter der Frauen, wie Olympe de Gouges, Simone Veil, Alice Schwarzer. Das vierte handelt von Rebellischen Zeitzeuginnen, wie Oriana Fallaci, Susan Sonntag Anna Politkowskaja und das fünfte von dem Aufstieg zur Macht, in denen Indira Gandhi, Margaret Thatcher, Angela Merkel und Aung San Suu Kyi portraitiert werden.

Einzigartige Fotos schaffen eine Nähe zu den geschilderten Frauen und können die Atmosphäre ihres Lebens einfangen.

Die Texte sind kurz, prägnant. Sie lassen auch bekannte Persönlichkeiten in einem Licht erscheinen, das die Frau hinter der Funktion, für die sie steht, hervorschimmern lässt. Aus der Fülle einer Biographie ist es Stefan Bollmann auf exzellente Weise gelungen die Essenz dessen zu schildern, was die jeweilige Frau angetrieben und zu einer starken Frau machte. Deren Einzigartigkeit wird deutlich und ebenso die Gefährlichkeit, jedoch nur für diejenigen, die selbstbestimmte Frauen und deren positive Gestaltungskraft noch immer für gefährlich halten. So eignet sich das Buch um neue Perspektiven auf bekannte Frauen zu werfe und ebenso, um sich schnell mit den Persönlichkeiten bekannt zu machen, und mögliche Bildungslücken zu schließen.

Dieses Buch ist ein ideales Weihnachtsgeschenk, für Ihre beste Freundin, was sie durchaus selbst sein können.

Viel Freude damit!

Elisabeth Sandmann Verlag
ISBN 978-3-938045-70-1

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Barbara Hofmann-Huber schreibt im Frauen-und-Karriere-Blogvon Barbara Hofmann-Huber am 12. Mai 2012

Für eine Sache zu brennen ist sicher das, was wir uns immer wieder sehr wünschen, weil es bedeutet, wir sind voller Leidenschaft, sei es für eine Sache, sei es für eine Person und es ist ein wunderbares Zeichen von Lebendigkeit. Frauen waren auch immer Hüterinnen des Feuers: Hier könnte dies, als eine Form des Selbstmanagements, neue und sich selbst nährende Bedeutung erhalten.

Das innere Feuer ist ein Synonym für unsere Lebensenergie, Lebendigkeit und Lebenskraft. Wenn ich es in einen Kontext der chinesischen Philosophie stelle, beschreibt es die Yang Seite des Qi. In unserem westlichen Kontext, beinhaltet das Feuer, die Kraft zu haben, das zu tun, was ich tun möchte. Das innere Feuer kann ein geistiges Feuer sein – inspirieren, ein Gedanke, ein Gedankenblitz. Es kann auch die Vitalität ausdrücken, die körperliche Lebendigkeit und ebenso den inneren Antrieb, die Motivation, all das, was ich an Ideen, Visionen, Ziele, die ich habe, in Handlung und in Aktionen umsetzen lässt, die Erfolg ermöglicht. Es ermöglicht tätig und aktiv zu sein in einem Zustand des Flow, der kreativsten und lebendigsten Form von Aktivität.

Wenn wir uns ein Feuer vorstellen, das wir zum Lodern bringen möchten, so haben wir einmal das Brennmaterial selber im Augen, es ist aber auch sehr sinnvoll zu schauen: wozu wollen wir das Feuer überhaupt zum Lodern bringen? In der Regel fangen wir mit dem an, wozu wir überhaupt ein Feuer brauchen. Soll das Feuer uns wärmen? Soll das Feuer uns einfach Freude bereiten? Je nachdem wozu wir ein Feuer benötigen, suchen wir uns einen angemessenen Platz und schaffen Rahmenbedingungen für das Feuer. Wir alle wissen, ein unkontrolliertes Feuer ist gefährlich. Wir wissen aber auch, ohne Feuer kein Leben. Erst als zweiten Schritt suchen wir uns dann das adäquate Material für das Feuer. Das kann Holz sein, Kohle, alle fossilen Brennstoffe. Ebenso klar ist: ohne irgendeinen Brennstoff gibt es kein Feuer.

Was bedeutet dieses Bild des Feuers für unseren inneren Prozess des Feuers? Um für etwas zu brennen, brauchen wir ein inneres Bild und damit ein Ziel, das uns begeistert. Das können sowohl Vorstellungen sein, die wir haben, oder Bilder, das kann ebenso ein sachliches Ziel sein. Das Brennen kann durch eine innere Inspiration erfolgen oder von Impulsen aus der Außenwelt, die uns aktivieren. Wenn das Ziel gefunden ist, erscheint es uns dann sehr selbstverständlich, dass das Brennmaterial, die innere Energie für dessen Realisierung, in uns vorhanden ist. Wir setzen den zweiten Vorgang, dass wir einfach die Kraft haben, das zu tun, wonach wir brennen, voraus.

Erst in jüngster Zeit wird in der Öffentlichkeit immer deutlicher der Begriff „Ausgebrannt – sein“ bewusst. Es ist ein sehr präzises Bild dafür, das irgendwann einfach die inneren Rohstoffe für das innere Feuer erloschen sind. Vielfach wird uns erst dann bewusst, dass wir auch in uns selbst dafür sorgen müssen, dass genügend „fossile Brennstoffe“ vorhanden sind. Viele Menschen verausgaben sich bis zu dem, was dann Burnout genannt wird, ein ausgebrannt sein des Körpers und der Seele. Gerade das Burnout-Syndrom ist eine psychosomatische Erkrankung oder ein Zustand in dem sowohl die Energie für den Körper, als auch für unsere Wünsche und Visionen zusammenbricht. Die Nerven liegen bloß und das Empfinden ist sowohl geistig als auch physisch am Ende unserer Kräfte zu sein.

Gerade weil das Burnout der Gegenpol zu dem wunderbaren Gefühl des „für etwas brennen“ ist, können wir aus dem Wissen um die Heilung von Burnout, auch Rückschlüsse darauf ziehen, wie wir das innere Feuer auf gesunde Weise am Leben erhalten können. Denn leider ist das Wissen der Hüterin des Feuers, nicht mehr für jede(n) intuitiv verfügbar.

In unserer Kultur haben wir den Wunsch nach einfachen Lösungen. Wenn es gelingt, anstatt eine eindimensionale Lösung zu suchen, in Polaritäten zu denken, so fällt es auch leichter, sich bewusst zu machen, dass Feuer auch etwas mit Wandlung zu tun hat: Feuer brennt und während es brennt zehrt zugleich auch auf. Das Aufgezehrte muss ersetzt werden, sonst erlischt das Feuer. Auf Verhalten umgesetzt bedeutet das, Aktivität und Regeneration gehören zusammen. Da das innere Feuer sowohl eine physisch körperliche Aktivität ist, als auch eine seelisch mentale, braucht es auch für die Regeneration sowohl körperliche als auch seelisch mentale Formen. Es braucht Wissen um Ressourcen und Grenzen.

Meine Erfahrung ist, um gut für sich sorgen zu können, braucht es sowohl den Weg der Selbstwahrnehmung und Selbsterkenntnis, als auch ein genaues und individuelles Wissen, was die eigenen körperlichen Prozesse und Bedürfnisse anbelangt.

Welche Möglichkeiten stehen nun zur Verfügung um das innere Feuer zu nähren? Ich habe in diesem Blog zwei Bücher vorgestellt, die zwei unterschiedliche Zugänge beleuchten: der eine ist eine psychologische Herangehensweise, die das Selbstmanagement beinhaltet, der andere. beschreibt die körperlichen und physiologischen Prozesse. Beide gehören für mich zusammen, wie zwei Seiten einer Medaille.

Psychologisch gesehen gehören zu dem Nähren des Feuers alle Themen rund um das Thema Selbstwahrnehmung, Selbstreflektion, Ressourcen, Umgang mit Grenzen, zu wissen, was man möchte, eigene Ziele setzen. Zur Vorbeugung von Burnout geht es um die Stärkung der individuellen Resilienz. Es sind Themen die in dem Buch „Fels in der Brandung statt Hamster im Rad“ auf anschauliche Weise und konkret beschrieben sind.

Die komplementäre Herangehensweise, die physiologische Seite des Körpers in den Fokus nehmend, bedeutet in dem Bild des Feuers immer wieder zu schauen ob es einfach auch genug Material gibt, damit das Feuer lodern kann. Damit wir in unserem Körper lodern können, brauchen wir natürlich Nährstoffe, und wie diese nun ganz genau beschaffen sein müssen, das haben die Autorinnen in dem Buch „der Burnout Irrtum wunderbar zusammengestellt.

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Barbara Hofmann-Huber schreibt im Frauen-und-Karriere-Blogvon Barbara Hofmann-Huber am 15. Januar 2012

Die chinesische Philosophie ist über 2500 Jahre alt. Zugleich ist sie in dem alltäglichen Leben in Deutschland zunehmend gegenwärtig. Nicht nur in Form der chinesischen Küche, sondern vor allem in der chinesischen Medizin, ist sie Teil unseres Lebens geworden. Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), bestehend aus fünf Säulen: Akupunktur, Phytotherapie (Heilkräuter), Diätetik (Ernährungslehre), Qigong (Bewegungsübungen) und Massage, hat – wenn auch vielfach sehr verkürzt – ihren Platz in der Heilbehandlung gefunden. Doch was für ein Menschenbild zeichnet die chinesische Philosophie aus und steht hinter diesen Techniken?

In der westlichen Kultur ist uns die Trennung von Körper und Seele bekannt. In der Psychosomatik wird eine Verbindung zwischen dieser Dualität gesucht; mit dem Bindestrich in body-mind wird eine Klammer hergestellt, mit dem Ziel, den Menschen wieder mit sich in Verbindung zu bringen. Themen des Selbstmanagements erscheinen daher nicht nur im Begriff selbst oft technisch. Hier erweitert dieses Buch die Wahrnehmungsperspektive.

In der chinesischen Sicht des Menschen gibt es diese Dualität nicht. Es gibt Differenzierungen, aber keine Trennungen. Nicht der Gegenstand: Körper, steht im Mittelpunkt der Erkenntnis, sondern der gespürte Leib, das Empfinden, das Erfahren des eigenen Erlebens. Es ist eine ganzheitliche Wahrnehmung, nicht nur des individuellen Menschen, sondern auch des Menschen in Verbindung mit seiner natürlichen und sozialen Umwelt. Diese Differenzierungen bilden ein sehr komplexes System von gegenseitigen sich bedingenden Wirkungszusammenhängen. Diese sind von der Autorin auf anschauliche Weise beschrieben. Die TCM, als eine Ganzheits- oder besser Resonanzmedizin ist nur ein Aspekt der komplexen Mensch- und Welterkenntnis der chinesischen Philosophie. Diese setzt das philosophische Wissen erfolgreich in Behandlungen um. Das eigentliche Ziel ist dabei: die Balance, die Herstellung von Harmonie.

Ein Anliegen der Autorin, em. Professorin für Sinologie, ist es diese Sicht auf den Menschen und die Welt mit den Lesern zu teilen. Das Eintauschen in die Muster „der Selbst- und Weltwahrnehmung“ in der chinesischen Kultur ermöglicht Frau Professor Linck den Interessierten durch eine sehr anschauliche und gut zu lesende Schreibweise. Es ist ein Heranführen an einen für das europäisch geprägte Denken neuen Weg der Erkenntnis.

Sie erklärt schrittweise Begriffe, Gedankenstränge, und sie bleibt bei der Komplexität des Gegenstandes nicht abstrakt. Auch das zeichnet die chinesische Philosophie aus: Sie ist auf eine Weise individuell und übergreifend (gesellschaftlich und kosmologisch) zugleich. Durch die immanente Verbindung der inneren Harmonie des einzelnen mit der inneren Harmonie des Kosmos ist die Art und Weise der Verbundenheit immer wieder Gegenstand der Aufmerksamkeit.

Das Buch spannt einen weiten Bogen bei diesem sehr komplexen Thema. Die über Jahrzehnte erworbenen theoretischen Kenntnisse und das Erfahrungswissen der Autorin schimmern immer wieder durch. Es ist sicher für die sinologische Welt ein Gewinn, dass Frau Professor Linck die bereits 2001 erschiene erste Fassung nochmals aktualisiert und überarbeitet hat. Das ausführliche Literaturverzeichnis, das Register, hunderte Anmerkungen zeigen das hohe Niveau des 350 Seiten umfassenden Werkes.

Drei Teile umfasst das Buch:

  • Leib und Körper Hier werden u.a. die Konzepte des Qi, von Yin und Yang, deren Wandlungen und dem Herz als zentralem Herrscher, als „zentralem Regungsherd“ beschrieben.
  • Leib und Gefühl Der atmosphärische Gehalt des Erlebens und damit die enge Verbindung des einzelnen mit der Welt ist eine neue Sicht, die zu entdecken lohnt.
  • Mensch und Welt In der chinesischen Philosophie wird der Mensch als Mikro-Kosmos in einer umfassenden Weise wahrgenommen, die hier dargelegt wird.

Mich hat dieses Buch sehr begeistert, und so wünsche ich, dass es nicht nur von einer kleinen Expertengruppe gelesen wird. Denn geschrieben ist es ebenso für Menschen, die auf der Suche nach innerer Balance und Harmonie, auf der Suche nach einer leibhafter Selbststrukturierung, aus der Erfahrung dieser alten Kultur und ihrer zeitlosen Weisheit schöpfen möchten.

Verlag Karl Alber, Freiburg 2011
ISBN:978-3-495-48451-7

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Barbara Hofmann-Huber schreibt im Frauen-und-Karriere-Blogvon Barbara Hofmann-Huber am 14. Januar 2012

Wie schon in meinem letzten Beitrag geschildert, habe ich durch die Auseinandersetzung mit der chinesischen Welt sehr viel gelernt. Dazu gehören sehr konkrete eigene Reiseerfahrungen, Begegnungen, wie auch die Auseinandersetzung mit Büchern. Ein sehr Wesentliches ist das von Frau Professorin Gudula Linck mit dem Titel „Leib oder Körper“. Daher ist es in einer Rezension vorgestellt. Doch zuvor möchte ich meine Beweggründe mitteilen, was dieses Buch mit dem Themenfeld des Blogs, mit Frauen und Karriere, zu tun hat.

Ich habe in dem vorangehenden Blog-Beitrag begonnen die Wurzelkraft als die Quelle für den Erfolg weiblicher Führungskompetenz zu benennen und deren Wirkweisen zu schildern. Dass diese Wurzelkraft der jeweiligen Frau zur Verfügung stehen kann, dafür bedarf es einer Verwurzelung in sich selbst. Unsere eigenen Wurzeln haben verschiedene Ebenen und Schichten. Sie beginnen mit dem in sich verwurzelt sein, lebendig uns im eigenen Körper empfinden und erfahren.

Unser räumliches Umfeld gehört ebenso wie die nährenden Beziehungen und das erweiterte soziales Umfeld zu den Wurzeln. Die Verbindung zum eigenen Körper ist dabei eine sehr zentrale Quelle der eigenen Vitalität, Lebendigkeit und Gesundheit.

Angesichts der hohen Anforderung in der beruflichen Welt bedarf es eines stabilen verlässlichen Erlebens von Gesundheit. Wenn der Wusch nach einer Führungspositionen entsteht, so ist eine Vergewisserung, dass die dafür notwenigen energetischen Ressourcen auf der körperlicher Ebene zur Verfügung stehen essenziell. Die Erweiterung des Verantwortungsfeldes bedarf einer effizienteren Nutzung der eigenen Regenerationsfähigkeit.

Wenn wir Frauen in Führung denken, so ist es oft dem Blick nach außen gerichtet, auf die zu erreichenden Ziele. Ich richte die Aufmerksamkeit ebenso mit der Frage nach Innen: steht die Kraft für diese Reise zur Verfügung? Wie kann sie effizienter genutzt werden, um nicht mit einer Erschöpfung beim Aufstieg konfrontiert zu werden. Wie kann ich mit meinem Körper so umgehen, dass ich lebendig, energievoll tätig werden kann?

Diese Fragestellung ist nicht zu verwechseln mit der Kompetenz, die in die Führungsaufgabe eingebracht werden soll. Es ist ebenso wenig die Thematik der Reproduktionsarbeit, der nährenden Aktivität für andere. Es ist die Voraussetzung für die vielfältigen Qualitäten der Führungskompetenz. Es geht um die eigene leibliche Präsenz, Energie, Stabilität. Dies beinhaltet die Fähigkeit zur Selbsternährung, der Selbstfürsorge. Diese Themen durch Wissen aus der chinesischen Philosophie zu vertiefen, hat mich auf das Buch von Gudula Linck neugierig gemacht.

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von Barbara Hofmann-Huber am 3. Januar 2012

Wenn in einem Blog seit eineinhalb Jahren kein Beitrag mehr erscheint, ist das dann noch ein Blog?

Auf diesem Blog gab es die fünf Goldfische, als Symbol für die fünf Wandlungsphasen. Einem Konzept der chinesischen Philosophie entnommen, stehen die Wandlungsphasen für die fünf Abläufe des Lebens, wie sie sich z.B. in den Jahreszeiten ausdrücken. Nach einer Zeit der Ernte, des Herbst, des Ausdrucks, der Beiträge die sich in Sichtbarkeit niedergeschlagen haben, folgte bei mir der Winter, als einer Zeit der Innenwendung. In dieser Zeit, in der sich die Kräfte im Inneren sammeln, werden die eigentlichen Strukturen sichtbar, so wie die kahlen Bäume die Form ihres inneren Gerüstes zeigen. Es ist eine Zeit der inneren Verdichtung, Sammlung und der Überprüfung, ob die alte Struktur noch taugt. Es werden neue Wurzelungen und Verknüpfungen in der Natur geschaffen. So habe ich in dieser Zeit auch eine Erweiterung meiner Sicht auf das Thema: Frauen und Karriere erfahren.

Diese Erweiterung betrifft die Wurzeln, deren Entfaltung, deren Pflege und aus denen und durch die dann, in der folgenden Phase des Frühlings, die Energie fließen kann. Eine Energie, die auch eine Neuausrichtung beinhaltet, denn sie würdigt diesen ganzheitlichen Prozess.

Was sind die Wurzeln im Themenfeld Frauen und Karriere? Sie sind das, was uns Energie, Lebenskraft, Verbundenheit gibt, uns Ressourcen sind. Nach einer intensiven Phase der beruflichen Extraversion, der engagierten Tätigkeit, der kreativen Arbeit mit anderen Menschen ist die Frage: wie findet eine Regeneration statt, wie ein auftanken? Je anspruchsvoller die Tätigkeit, desto mehr ist die hohe Qualität der Regeneration eine Notwendigkeit. Die Wurzeln haben mit den unterschiedlichen Ebenen des Auftankens zu tun. Sie sind vielseitig, vielschichtig und je differenzierter die Wurzeln, umso mehr steht eine aktive Zuwendung zum Leben zur Verfügung. Worin bestehen sie genau?

  • Energie tanken über alle Wege, die dem leiblichen Wohl zuträglich sind.
  • Lebenskraft sammeln durch Muse, durch Sein, Kontemplation, Kultur, ebenso wie durch Aktivität in der Natur, Atmen, Körperübungen, Meditation, sich erfahren im Austausch.
  • Verbundenheit mit Menschen die uns in unserem Sein begrüßen, mit denen sich unser Wert nicht am Ertrag misst, den wir für sie erzielen.
  • Selbstbezug und in Verbindung mit dem eigenen Wesen und Sinn des eigenen Lebens stehen.
  • Entfaltung des eigenen Potentials, in neue tiefere Schichten der eigenen persönlichen Anlagen vordringt.

Am Anfang des Lebens steht ein unerschöpfliches Reservoir an Lebenskraft zur Verfügung. Es scheint, als ob es nur darum ginge, diese in eine Richtung zu lenken. So ist der Beginn der Karriere vor allem durch das Thema der Zielfindung bestimmt. Was ist meine Begabung? Wo will ich hin?

Die Entwicklung und Entfaltung der unterschiedlichen Fertigkeiten sich in der Welt des Erfolges zu bewegen und auszudifferenzieren, lässt die Aufmerksamkeit für die Regeneration und damit für die Wurzeln in den Hintergrund treten. Wie von selbst scheint am nächsten Morgen die Kraft zurück gekehrt und der Aufstieg geht weiter.

Vergessen sind die Menschen, die Bindungen, die nährenden Strukturen, die das erwachsen werden begleitet haben. Alles ist selbstverständlich und scheint in dem Selbstbild der eigenen Autonomie auch für immer so weiter zu bestehen. Wir leben von den Vorräten die wir angesammelt haben. Wenn die Wertschätzung für die regenerativen Fähigkeiten mit verinnerlich wurde, so ist auch die Fähigkeit gegeben, immer wieder inne zu halte, aufzutanken. Je identifizierter eine Frau mit dem Erfolg ist, desto mehr besteht die Gefahr, Raubbau zu treiben, auszubrennen.

Nicht zufällig war das letzte rezensierte Buch auf dem Blog, das von Frau Meckel über „Erfahrungen mit Burnout“. Meine Fragen, die mich die letzten eineinhalb Jahre begleitet haben, waren nun diese:

  • Wie hängt dieser Raubbau mit den eigenen Ressourcen, mit dem in unserer Kultur so selbstverständlichen Weltbild des Erfolges zusammen. Gibt es dazu Alternativen?
  • Wie können Frauen führen, und sich zugleich in der Fülle ihrer weiblichen Potenz verankern?
  • Ist das „Missing link“, die Würdigung der weiblichen Reproduktionsarbeit, oder der winterlichen Wurzelkraft?

Schon sehr lange beschäftigte mich das Thema der Abwertung dessen was „Reproduktionsarbeit“ ist. Meine Suche ging dahin zu schauen, wie sich die unsichtbare Bindungsarbeit, die alltägliche Pflege der Personen und der Dinge, die erst sichtbar wird, wenn sie nicht geschieht, wahrnehmbar werden kann. Denn nur so kann sie in unseren Blick geraten und die ihr gebührende Würdigung erfahren.

Mir begegnete eine Kultur, eine Philosophie, die die zyklische Lebensweise erfasste und daher anders dachte. Würde sie Erfolg und Führung anders beschreiben? Es ist eine Kultur, die sehr wohl erfolgreich ist. Würde sie auch die regenerativen Aspekte sehen? Würde sie die reproduktiven Tätigkeiten würdigen? Ich tauchte in die chinesische antike und reale Welt ein.

Konkret habe ich mich mit der chinesischen Philosophie befasst, bin mehrfach in China gereist, im neuen und im „alten“ China real und geistig unterwegs gewesen und dieses Erfahrungswissen und die Weisheit die mir begegnet ist, zeigt sich in den folgenden Beiträgen und Rezensionen, wie in meinen Gedanken dazu.

Weibliche Kunst im Sinne der nährenden, regenerativen, zugleich aber auch kreativen Potenz der natürlichen Entfaltung, der Yin-Qualität habe ich versucht durch die Auseinandersetzung mit der dortigen Kultur besser zu verstehen. Ich habe einerseits entdecken können, dass das Erfassen einer Welt, als in einem ständigen Wandel befindliche, das Lebensgefühl der antiken chinesischen Welt prägte. Diese Sicht lebt weiter, z. B. in der TCM. Zugleich habe ich erfahren, dass im modernen China das „westliche“ Erfolgsstreben ebenso lebendig ist, wie in unserem Kulturkreis. Daher sind auch das Wissen und die Wertschätzung des Weiblichen nicht entfalteter.

Ich habe sehr viel gelernt aus der Auseinandersetzung mit der chinesischen Welt. Zugleich habe ich mich bestärkt gefühlt, dass die Würdigung der Wurzelkraft die Quelle für den Erfolg weiblicher Führungskompetenz ist. Wie wenig dieser Prozess der Reproduktionsarbeit eine Selbstverständlichkeit ist, sondern wie sehr sich auch hier eine Fülle verantwortungsvoller Tätigkeiten zeigt, das ist für mich die Erweiterung im Frauen und Karriere Bild.

Meine These: Die Würdigung dieser regenerativen Kompetenzen, diese Nutzung dessen, was ich Wurzelkraft nenne, als eine in vielfacher Weise „weibliche Kunst“ schafft den Nährboden für Frauen in Führung.

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von Barbara Hofmann-Huber am 18. Juni 2010

Das Interesse an der Karriere hin zur Führungsverantwortung ist nicht nur bei Frauen selbst sehr groß, sondern findet auch in den Unternehmen immer mehr Resonanz. Wie der Weg aussehen kann, Frauen in Führung zu begleiten, zu ermuntern, zu fördern, zu motivieren, darüber gibt es sehr unterschiedliche Auffassungen. Frauen zu fördern, ist das noch zeitgemäß? Ist es nicht selbst an der Frau, wenn sie gut ist, auch alleine eine Führungsposition zu erobern? Für Männer ist ein unterstützendes Netzwerk auch kein Hinderungsgrund. Es besteht für sie kein Gegensatz zwischen dem, Kontakte zu nutzten und zu meinen, dass sie es selbst durch ihre Leistung in die Position geschafft haben. Den Weg in die Führungsposition ganz alleine zu bewältigen, kann, muss aber nicht sinnvoll sein. Ich meine, dass es sich Frauen nicht schwerer machen müssen, als es eh schon ist, indem sie sich zu viel Alleingang abverlangen. Vor allem, da Führen auch etwas mit Teamplay zu tun hat. Wenn sich eine Frau zu sehr als Einzelkämpferin profiliert hat, dann stellt das ihre Vorbildfunktion als Leitfigur, als Alphatier, häufig in Frage. Es ist also eines der vielen Dilemmata, mit denen Frauen nicht erst in der Führungsposition, sondern schon auf dem Weg dahin zu tun haben.

Mentoring, Quote, Netzwerken, Coaching, was ist der richtige Weg? Ich bin der Meinung, den gibt es nicht. Es gibt sehr viele unterschiedliche, sich ergänzende Wege. Sind Frauenseminare ein Weg? Ich meine: Ja! Solche Veranstaltungen, in denen Frauen unter sich ihre Erfahrungen austauschen, reflektieren und sich auf diese Weise für die Verantwortung zu Führen bereit machen. Denn ein Austausch unter Frauen ermöglicht es, die besonderen Kompetenzen und Begabungen von Frauen heraus zu arbeiten und dadurch nutzbar zu machen.

Die Kenntnis der von Männern entwickelten Führungskultur, ist für Frauen zwar wesentlich, um in der eigenen Kompetenz wahrgenommen zu werden und in den entsprechenden Ritualen agieren zu können. Dabei jedoch stehen zu bleiben, ist nicht nur unbefriedigend, sondern fällt auch hinter die aktuelle Führungsdiskussion zurück. Die Werkzeuge der Führung flexibel anzuwenden ist heute, in der sich ständig verändernden beruflichen Umwelt, die zentrale Kompetenz. Das kann nur gelingen, wenn die eigene Persönlichkeit eine flexible Haltung und damit eine, der jeweiligen Situation angemessene Anpassung und zugleich Handlungsfähigkeit ermöglicht.

Genau in diesem Bereich liegt nun die zentrale Kompetenz von Frauen: das Interesse an Personen und an nachhaltigen sachlichen Erfolgen. Anders gesagt, die Verbindung von IQ und EQ, von Sachkompetenz und Beziehungsintelligenz. Dazu gehört auch die eigene Person und deren bestmögliche Entwicklung. Erlebt wird das vielleicht als Anpassungsfähigkeit. Doch es ist darüber hinaus die Kompetenz, sich auf die sich ständig ändernde Welt, und sowohl auf Sachanforderungen, als auch auf andere Menschen einstellen zu können. Kommunikationsfähigkeit, Beziehungsorientiertheit, Flexibilität und Organisationstalent, die Verbindung von Kurz- und langfristigen Sachzielen – diese Komplexität zu bewältigen und in zielführendes Handeln umsetzen zu können, gelingt mit einem sichern inneren Halt. Diese Stabilität und Verwurzelung in der eigenen Persönlichkeit ist auch notwendig, um sie mit Kritikfähigkeit, Konfliktkompetenz und Durchsetzungsvermögen verbinden zu können.

Führen bedeutet, wie Sie sicher wissen, der Umgang mit Dilemmata. Der alltägliche und ständige Aufenthalt in einem Spannungsfeld. Es gilt die Balance zu finden zwischen der privaten Person und der beruflichen Rolle. Jedoch auch innerhalb der Führungsrolle ist es eine ständige Herausforderung, die Spannung zwischen der Führungsfrau und ihren Mitarbeiten und dem Umgang mit den eigenen Vorgesetzten, sowie der zwischen den internen und den externen Kunden zu bewältigen. Komplexitätskompetenz ist gefragt!

Vor allem ist die Fähigkeit, Einsamkeit konstruktiv zu nutzen wesentlich. Da viele Frauen sehr beziehungsorientiert sind, ist gerade die Regulierung der Einsamkeit eine sehr große Herausforderung. Wie dies anderen Frauen erleben und wie sie damit umgehen, das ist ein spannendes Thema in einer Veranstaltung wie einem Frauenseminar. Meine Erfahrung als Trainerin ist, dass sich Frauen durch den Austausch darüber sehr bestärkt fühlen. Nicht zuletzt entstehen, wenn Vertrauen erlebt wird, dadurch auch über die Gruppenzeit hinausgehende stärkende Kontakte. Das Ziel eines solchen Seminars ist es, dass die Teilnehmerinnen ihren eigenen, persönlichen Stil als Führungsfrau weiter entwickeln. Dieser situative und flexible Führungsstil bildet die Basis, auf der Führungsintrumente und Techniken zielführend und nachhaltig wirkend, eingesetzt werden können. Darin zeigt sich die heute moderne Führungskompetenz.

Dieses komplexe Verständnis über den Weg in die Führung, habe ich gerne mit Ihnen geteilt.

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von Barbara Hofmann-Huber am 15. Mai 2010

Gibt es eine Unterschiedlichkeit mit der Frauen und Männer an das Thema Arbeit und Karriere herangehen? Die Autorinnen meinen Ja durchaus – lesen Sie selbst!

Welch ein Wort: Womenomics – ach, es geht um Frauen und um Ökonomie!

Die Autorinnen kennen das Buch von Gerald Hüther „Männer“ nicht, es ist ja parallel erschienen, doch das Wissen auf dem das Buch von Gerald Hüther basiert, ist schon länger bekannt, sowohl in Deutschland als auch in den USA. Doch es ist ein irritierendes Wissen: viele Frauen haben einen anderen Bezug zu ihrer Karriere als Männer. Für Männer ist der Beruf das Thema Nummer eins, das erst eine Familiengründung ermöglicht. Für Frauen gibt es zwei Prioritäten: Beruf und Familie und damit ein Dilemma.

Aus der durchaus berechtigten Sorge heraus, dass die Biologie gegen Frauen benutzt wird, haben auch Frauen selbst lang gezögert, diese Themen öffentlich zu machen. Auch den Autorinnen ging es so. Beide sind erfolgreiche Journalistinnen und Mütter. Ihr Anliegen ist es, beide Verantwortungsbereiche so zu verbinden, dass auch für sie selbst noch ein konstruktives Lebensgefühl besteht, nicht nur eine chronische Überforderung. Sie suchen einen Lösungsweg für ein Dilemma, mit dem sehr viele Frauen immer wieder zu tun haben und zunehmend auch mehr Männer: Karriere und Familie in einer konstruktiven, sich ergänzenden Form zu verbinden. Ihr Lösung ist eine neue Haltung: „Ja, ich will arbeiten und ich will kreativ, effizient und erfolgreich arbeiten. Aber ich will es zu meinen Bedingungen tun: mit flexiblen Arbeitszeiten, fairer Bezahlung und der Möglichkeit, eine vernünftige Balance zwischen Arbeit und Privatleben zu finden.“

Frauen haben sich und der Gesellschaft gezeigt, dass sie genauso leistungsfähig wie Männer sind. „Wir“ sind Bundeskanzlerin“ (Deutschland), Außenministerin (USA), um nur zwei Beispiele zu nennen. Doch zugleich ist immer mehr sichtbar, dass für viele, gerade best ausgebildete Frauen die Form der beruflichen Tätigkeit, der 16 Stundentag z.B. nicht wirklich attraktiv ist. Was die Autorinnen schildern, kann ich aus meiner Sicht auch für Deutschland nur bestätigen: Frauen gehen mittlerweile auf Karriereleitern nicht weiter nach oben, weil dort die Form der Arbeit unattraktiv für sie ist, nicht weil sie davon abgehalten werden.

Wieso ist das so? Das Interesse an Erfolg ist bei vielen Frauen ein wenig anders gelagert. Es gibt sehr maskulin ausgerichtete Frauen, ca. 20%, denen das männliche Erfolgsmodell entspricht und die sich darin aufgehoben fühlen und die auch diesen Weg der Priorität im Beruf gehen. Sehr feminin betonte Frauen machen die Karriere in der Familie, ca. 20%. Doch eine große Gruppe, die Mehrheit sucht einen „Weg dazwischen“, ein sowohl Erfolg im Beruf, als auch ein erfülltes Privatleben, eine Familie. Dazu gehört vor allem die Flexibilität in der Arbeitszeit um die beiden Bereich besser verbinden zu können. Dazu gehört auch eine beziehungsorientierte Komponente. Das Wissen darum, dass effizient zu arbeiten und sich wohlfühlen zusammen gehören können. Die Mitarbeiterführung von Frauen bringt schon heute sichtbare Steigerungen der Erträge. Diese besonderen Qualitäten wollen Frauen nicht nur gerne einbringen, sie wollen dafür auch geachtet, befördert und bezahlt werden.

Die Autorinnen haben ein leicht lesbares und gut recherchiertes Buch geschrieben. Beide sind erfolgreiche Profis und zugleich haben sie ihre eigenen persönlichen Erfahrungen reflektiert und einfließen lassen.

Es ist nicht nur eine Bestandsaufnahme und eine Faktensammlung, die das Buch so lesenswert machen. Außer dem Theorieblock, der spannend ist, ist es ein Ratgeber: es gibt viele Anregungen, wie das nun genau gehen kann und macht Mut, gleich das eine oder andere praktisch in den Arbeitsalltag umzusetzen. Denn die Zeit ist reif für Womenomics!

Gerade dadurch, dass es mittlerweile so viele sehr gut ausgebildete und motivierte Frauen gibt, besteht nach dem Gesetz der „Kritischen Masse“ auch die Möglichkeit, dass sich Frauen nicht nur an die Arbeitsstrukturen, die Männer für sich entwickelt haben, anpassen, sondern diese verändern und beeinflussen können. Wir leben in einer historisch erstmaligen Zeit, in der Frauen sich die Arbeitswelt nach ihren eigenen Wünschen gestalten können. Und sie gestalten sie damit auch für viele Männer, die nach neuen Lösungen in der Work-Life-Balance suchen. Konkrete erste Schritte sind gemacht, Frauen sind erfolgreich in ihrem beruflichen Leben, doch der eigentlich innovative Weg liegt noch vor uns: viel Spaß beim Lesen und dem aktiven Umsetzten!

Eichborn Verlag
ISBN 978-3821859965

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von Barbara Hofmann-Huber am 6. April 2010

Mit ein paar Worten stelle ich mich Ihnen gerne vor: Mein Name ist Barbara Hofmann-Huber. Meine Ausbildung ist Diplom-Pädagogin und Diplom-Psychologin. Ich bin Psychologische Psychotherapeutin mit den Schwerpunkten Tiefenpsychologie, analytischen Körperpsychotherapie und Verhaltenstherapie.

Mein Tätigkeitsspektrum ist weit gefasst: ich habe seit 1984 eine eigene Psychologische Praxis in Freiburg und arbeite im Coachingbüro Huber & Partner http://www.coachingbuero.de/ als Coach, Referentin und Trainerin und leite den Frauenschwerpunkt. Mit Einzelpersonen arbeite ich in den Bereichen Heilung, Persönlichkeitsentwicklung und Karrierebegleitung; mit Gruppen agiere ich durch Vorträge, Seminare und Prozessarbeit.

Lange bevor das Wort Gender nach Deutschland gekommen ist, habe ich mich für mein Frausein interessiert und dafür wie Entfaltungsmöglichkeit gelingen kann, wie der weibliche Blick sich mit Erfolg in Studium und Beruf verbinden lässt. „Für Frauen“ war das Motto der Zeit und wurde meine Vision. An der Freien Universität Berlin wurde 1974 in einem interdisziplinären Seminar das erste Frauenstudium gestartet, mit mir als eine der Studentinnen. Seither habe ich mich persönlich und fachlich diesen Themen gewidmet.

Sowohl in der Theoriebildung als auch in der Suche nach der praktischen Umsetzung, habe ich mich fortlaufend weiter entwickelt und die gemachten Erfahrungen und mein Wissen in verschiedenen Formen weitergegeben. Sowohl Frauen als auch Männer haben mir immer wieder vermittelt, dass sie von meinen Erfahrungen Impulse für ihre eigene Entwicklung erhalten haben. Und so stellt dieser Blog die Möglichkeit dar, weitere Interessentinnen und Interessenten zu erreichen.

Mit diesem neuen Format möchte ich fortsetzten, was ich auf meiner Homepage http://www.frauen-und-karriere.de/ begonnen habe: Information zu diesem Thema zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus bietet mir der Blog die Möglichkeit zum Austausch. Rückmeldung bekommen zu können und Anregung nicht nur zu geben, sondern auch selber zu erhalten, würde mich freuen.

Eine meiner Interessen ist Lesen. Das ständige Sichten von Büchern zu diesem Themenfeld, hat zu einer umfangreichen Liste von Rezensionen geführt, die noch immer auf der Homepage nachzulesen sind.

Neue Rezensionen werde ich ab sofort in diesem Blog veröffentlichen.

Ich freue mich auf einen regen Austausch

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von Barbara Hofmann-Huber am 5. April 2009

Die Erfahrung von Selbstwirksamkeit gehört zu den zentralen Empfindungen, die jedem Menschen gut tun. Das Steuer des Lebens in der Hand zu haben, das gibt Sicherheit und reduziert Stress. Gerade der Umgang mit den eigenen Gefühlen ist für den beruflichen Alltag eine ständige Herausforderung. Denn es gibt viele unterschiedliche Anforderungen, die das Gleichgewicht stören können: Die eigenen an sich selbst und die Ansprüche, die andere an uns stellen. Sich zu sagen „keep cool“ reicht irgendwann nicht mehr. Die Frage ist: wie lässt sich die erwünschte Gelassenheit herstellen?

Das Autorenteam Fischer und Schwarze stellt Ihnen eine Methode aus China vor: Qigong. Sie hat sich nicht nur seit 3000 Jahren bewährt, sondern zeigt auch heute Stress reduzierende Wirkung. Wieso das so ist, das erklären Ihnen die Autoren durch die anschauliche Zusammenstellung aktueller neurophysiologischer Erkenntnisse. Qigong hilft, die Verankerung in sich selbst, in der eigenen Körperwahrnehmung zu vertiefen. Die Selbstwahrnehmung wird durch diese Übungen intensiviert. Darüber hinaus werden die eigenen Kräfte und Energien aktiviert, gebündelt und die Steuerungsfähigkeit geschult. Beide Autoren sind Praktiker und geben sowohl Einblick. wie Qigong auf ihre Klienten wirkt, als auch auf sie selbst.

In einem Theorieblock geben sie eine knappe und zugleich umfassende Einführung in die Prinzipien des Qigong und deren Wirkprinzipien der Selbstregulation. Durch kleine, genau geschilderte Übungen haben Sie die Möglichkeit hinein zu spüren, ob Qigong etwas für Sie wäre. Viele Fotographien von konkreten Qigong-Übungspositionen illustrieren und machen das Geschriebene lebendig.

Qigong zu lernen geht sicher am Besten über einen Kurs; das schreibe ich aus eigener Erfahrung. Doch das Buch macht Lust sich anzumelden, denn es schärft den Blick und die Einsicht, auf was Sie sich dort einlassen und worauf Sie sich freuen können!

Klett-Cotta, 2008
ISBN 978-3-608-89060-0

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