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Buchrezension: Tanja Kuchenbecker, Gluckenmafia gegen Karrierehühner

von Barbara Hofmann-Huber am 8. Oktober 2007

Das Beste aus beiden Kulturen – der französischen und der deutschen – sichtbar zu machen ist das Anliegen der Journalistin und zweifachen Mutter Tanja Kuchenbecker. Ihr Ziel ist es, Anregungen zu geben, wie das Dilemma Kinder und Karriere zu einer Synergie dieser zwei Welten werden kann. Sie schreibt anschaulich, und ihre genaue Darstellung der unterschiedlichen Werte in beiden Ländern und Kulturen eröffnet der individuellen Frau und der einzelnen Familie Wahloptionen, wie für die eigenen Interessen und die der Kinder ein für alle Beteiligten gelungener Kompromiss gefunden werden kann.

Mit vielen Beispielen zeigt die Autorin, welche Ansprüche in beiden Ländern im Vordergrund stehen. Dabei beschreibt sie und bewertet nicht. „Geht es in Frankreich darum, sich früh einzufügen, wird in Deutschland vor allem die Individualität des Kindes gefördert (S. 66)“. Ein weiteres Beispiel ist die Diskussion um das Stillen. In Deutschland steht das Wohl des Kindes dabei im Mittelpunkt, während in Frankreich der Körper der Frau, ihre Attraktivität und ihr Wohlbefinden einen deutlicheren Stellenwert haben.

In Deutschland konzentriert sich die Diskussion darauf, dass kleine Kinder Geborgenheit brauchen. In Frankreich liegt der Schwerpunkt auf Anregungen für das Kind, und daher ist der frühe Zugang zu Bildungseinrichtungen positiv besetzt. Ein kleines Kind braucht in beiden Ländern natürlich beides. Die Autorin macht durch ihre fundierten Informationen Mut, zu eigenen Interessen und Grenzen zu stehen. Sie will Argumentationshilfen geben, sowohl gegenüber der äußeren Welt als auch gegenüber den eigenen Ansprüchen und dem schlechten Gewissen. Gut recherchiert, flott und intelligent geschrieben – ein lesenswertes Buch.

Campus Verlag 2007
ISBN 978-3-593-38378-1

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